Ausstellungskatalog Ein Korn für die Welt

Im vergangenen Herbst zeigte das ÖBZ die imposante Sammlung mit 134 unterschiedlichen Getreidesorten der Südtiroler Vielfaltsgärtner Edith und Robert Bernhard. Im Nachgang zur Ausstellung hat das Münchner Umwelt-Zentrum im ÖBZ nun einen umfassenden Katalog herausgegeben, der für eine Schutzgebühr von 18 Euro im ÖBZ erhältlich ist.
Das Projekt von Edith und Robert Bernhard, die Getreidevielfalt zu demonstrieren, fiel in eine Zeit, in der sich die Gemeinde Mals im Südtiroler Vinschgau gegen den Einsatz von Pestiziden wie Glyphosat wehrt. In einer Volksabstimmung haben die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde mit großer Mehrheit gegen die Verwendung von Gift in der Landwirtschaft gestimmt. Als „Wunder von Mals“ ging die Öko-Bewegung in die Geschichte ein, als Öko-Rebellen wurden ihre Aktivisten bezeichnet. Edith und Robert Bernhard sind zwei dieser „Rebellen“. Sie bewahren mit Leidenschaft alte Getreide-, Gemüse- und Kräutersorten und werben für eine biologische Landwirtschaft. Sie empfinden die Mannigfaltigkeit der Sorten als reiches, aber bedrohtes Kulturerbe.
Für ihre Arbeit wurden Edith und Robert Bernhard mit dem Ökologie-Preis Vinschgau ausgezeichnet. Ihre Intention der jahrelangen Pionierarbeit ist nicht (nur) der Schauwert. Sie verstehen die lebendige Vielfalt als Impuls für eine mögliche Zukunft. Mit ihrem Projekt, sich der Vielfalt des Getreides zu widmen, haben sie im Jahr 2003 begonnen. Insgesamt 134 verschiedene Exponate aus ihrer Getreidesammlung konnten wir im Herbst 2017 im Ökologischen Bildungszentrum in München präsentieren.
Beginnend vom Wildgras, über Einkorn, Emmer und Dinkel bis hin zu Weich- und Hartweizen demonstrieren sie eindrucksvoll die Evolutionsreihe des Weizens.
Als weiteren Schwerpunkt widmet sich die Ausstellung der Vielfalt der Gerste. Jedes einzelne im Bilderrahmen inszenierte Exponat mutet wie ein grafisches Kunstwerk an. In der Gesamtheit wird die enorme Variationsbreite des Getreides offenbar.

Um die beeindruckende Ästhetik und Vielfalt der ausgestellten Exponate festzuhalten, hat das Münchner Umwelt-Zentrum im Nachgang einen Ausstellungskatalog produziert. Marc Haug, Geschäftsführer vom Münchner Umwelt-Zentrum im ÖBZ und Herausgeber des Katalogs: „Wir freuen uns, dass wir Edith und Robert Bernhard kennen lernen und ihre Ausstellung über die Getreidevielfalt bei uns zeigen durften. Die Verbreitung ihrer Botschaften ist uns ein Anliegen! Vielleicht tragen wir mit diesem Katalog dazu bei.“
Der Ausstellungskatalog „Ein Korn für die Welt“ ist gegen eine Schutzgebühr von 18 Euro im ÖBZ erhältlich.
www.oebz.de

muz04 – Themenheft Stadt braucht Land

Anlässlich des Jahresschwerpunkts „Stadt braucht Land“ des Münchner Umwelt-Zentrums e.V. (MUZ) im Ökologischen Bildungszentrum München ist eine neue Ausgabe des muz-Magazins entstanden. Das Thema „Stadt braucht Land“ zog sich wie ein roter Faden durch eine ganze Reihe der Projekte und Aktivitäten des MUZ: Im Frühsommer besuchte Marc Haug die Nachhaltigkeitsinitiative Wuhan Natur in der chinesische Provinzhauptstadt Wuhan und erhielt spannende Einblicke, wie es dort gelingt, in Eigeninitiative biologisch erzeugte Lebensmittel für eine gesunde Ernährung in der Stadt zu organisieren. Unter das Motto „Stadt braucht Land“ stand auch der ÖBZ-Aktionstag im vergangenen Sommer – Grund für eine ganze Strecke im Heft zu diesem Thema. Im Herbst schließlich war das ÖBZ Tagungsort für ein transnationales Trainingsseminar mit Teilnehmenden aus verschiedenen Balkanländern statt. Während der intensiven Tage wurden konkrete Umsetzungsideen für partizipatorisch angelegte Urban Gardening-Projekte entwickelt. Die Gartenprojekte am ÖBZ konnten den Osteuropäischen Gästen gute Impulse geben. Und nicht zuletzt vor dem Hintergrund des bevorstehenden Saatgut-Festivals am 25. Februar 2018 im ÖBZ spielte auch die Biologische Vielfalt in dem Heft eine große Rolle.
Auf 32 Seiten stellt das „muz“ aktuelle Projekte vor, berichtet über Veranstaltungen und versucht, etwas von der inspirierenden Atmosphähre des Ökologischen Bildungszentrums zu vermitteln.

https://oebz.de/default.asp?Menue=259